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Die Turmuhr der Pfarrkirche von Litzelsdorf (B)

Die Turmuhr aus der Pfarrkirche Litzelsdorf im Südburgenland der Uhrenstube (ein Foto ist in den  Mitteilungen  Nr. 9, Dezember 2011 zu sehen), ist zwar bereits Ende vergangenen Jahres in die Sammlung der Uhrenstube gekommen, doch erste Forschungen über diese Uhr haben  interessante Ergebnisse gebracht, über die ich gerne berichten möchte.

Als ich die Uhr das erste Mal sah, dachte ich sofort, wie kommt eine so große, gotische Turmuhr in eine Dorfkirche, die um 1830 erbaut wurde. Die große, sehr gut erhaltene Turmuhr aus der Mitte des 16. Jahrhunderts mit Viertelstundenschlagwerk, die Anfang des 18. Jahrhunderts auf Spindelhemmung mit Kurzpendel umgebaut wurde, mußte also aus einer anderen Kirche stammen und erst im 19. Jahrhundert hierher gebracht worden sein.

 

Litzelsdorf Turmuhr

Gotische Turmuhr, M. 16. Jahrhundert aus der Pfarrkirche in Litzelsdorf

Erste Nachforschungen in den Visitationen (Kontrollberichten) des ungarischen Bischofs Kazó ergaben (Litzelsdorf gehörte damals noch zu Ungarn), daß noch zum Ende des 17. Jahrhunderts auf einem kleinen Hügel (vermutlich dem jetzigen Standort der Kirche) eine kleine Holzkirche stand. 1764 wurde diese Holzkirche abgetragen und durch einen Bau aus Stein mit einem Turm ersetzt. Den Hochaltar für diesen Bau, einen Kreuzweg und eine Monstranz stiftete das Augustiner Chorherrenstift Vorau in der Steiermark.  Mit dieser Stiftung dürfte auch diese Turmuhr nach Litzelsdorf gekommen sein, denn sowohl das Werksgestell, als auch das Räderwerk dieser Turmuhr weisen in ihrer massiven Ausführung auf die Arbeit eines Turmuhrmachers in der Steiermark hin.

Der nächste Gedanke war, dieses große, massive Eisenwerk stammt aus einem Gebiet, in dem Eisen nicht so teuer war - also vermutlich aus der Steiermark mit dem Erzberg. Diese Überlegung deckt sich auch mit Quellen im Archiv des Stiftes Vorau, wonach der Pöllauer Uhrmacher Johann Fuchs 1752 beauftragt wurde, eine Turmuhr für das Stift anzufertigen. Durch diese Turmuhr, die heute noch in Betrieb ist, wurde das alte gotische Werk nutzlos und ging mit der erwähnten Stiftung nach Litzelsdorf.

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